Ausgabe 09, 2013

 

31. August 2013

Inhalt

Aktuelle Meldungen. 2

Muybrdge – Animal Locomotion. 2

Gedankenübertragung per Computer: Gehirn sendet Signale an fremde Hand. 2

Neues Säugetier entdeckt: Gestatten, Olinguito. 2

Das Selbstbild. 3

Impressum.. 5

 

 

 

Sehr geehrte Leserin, geehrter Leser,

Ich war im letzten Monat viel mit meiner Homepage und meinem Blog zugange. Auch meine alte Diplomarbeit habe ich heraus gekramt. Und weil das Thema mich immer noch interessiert, habe ich einige Passagen aus dem Niederländischen übersetzt.

Eine sehr schöne Passage betrifft das Selbstbild und die Möglichkeiten, wie dieses via Bewegung verändert werden kann!

Viel Freude beim Lesen.

 

Viele Grüße

Heiko Schulze


Aktuelle Meldungen

Muybrdge – Animal Locomotion

Eadweard Muybridge war ein britischer Fotograf und Pionier der Fototechnik. Er gilt aufgrund seiner Reihenfotografien und Serienaufnahmen mit Studien des menschlichen und des tierischen Bewegungsablaufs als einer der bedeutendsten frühen Vertreter der Chronofotografie.

Zur Seite …

Gedankenübertragung per Computer: Gehirn sendet Signale an fremde Hand

Forschern der University of Washington ist es erstmals gelungen, die Handbewegung eines anderen Menschen mit Gedankenkraft fernzusteuern.

Zum Video …

Neues Säugetier entdeckt: Gestatten, Olinguito

Es sieht aus wie eine Mischung aus Katze und Teddy - eine neue Säugetierentdeckung. Olinguito heißt das Tier mit dem roten Fell und den großen Augen. Forscher vom Smithsonian-Institut haben es entdeckt - der erste Fund eines Raubtiers auf der westlichen Hemisphäre seit 35 Jahren.

Zum Video …


Das Selbstbild

Am Anfang unseres Lebens, wenn das Selbstbild sich entwickelt, folgen die Veränderungen rasch aufeinander. Neue Arten von Handlungen die gestern die Möglichkeiten des Kindes überstiegen sind auf einmal möglich. Einige Wochen nach der Geburt beginnt das Baby zu sehen; später wird es in der Lage sein zu gehen und zu sprechen. Die eigenen Erfahrungen des Kindes werden gemeinsam mit seinem biologischen Erbe allmählich eine persönliche Weise des Stehens, Gehens, Sprechens, Fühlens, Zuhörens und allen anderen Handelns, die dem menschlichen Leben Inhalt verleihen, zustande bringen. Aber wohingegen oberflächlich betrachtet das Leben des einen Menschen beinahe identisch mit dem des anderen ist, zeigen sich bei näherer Betrachtung große Unterschiede.

Wenn bestimmte Zellen in der motorischen Rinde stimuliert werden, kommen bestimmte Muskeln in Bewegung. Heutzutage wissen wir, dass die Verbindung zwischen den Kortexzellen[1] und den Muskeln, die durch diese in Bewegung gebracht werden keine absolute ist, geschweige denn eine exklusive.

Der Kontakt des Babys mit der Außenwelt kommt in erster Linie über die Lippen zustande; damit erkennt es seine Mutter. Später wird es auch seine Hände zu gebrauchen lernen um die Arbeit der Lippen zu unterstützen und wird so durch Betasten mit seinen Händen erfahren was es dank seiner Lippen bereits wusste. Von jetzt an wird es mehr und mehr die übrigen Teile des Körpers entdecken und die Verhältnisse zwischen ihnen. So wird er einen ersten Eindruck von Abstand und Umfang erhalten. Das Wahrnehmen der Zeit beginnt mit der Koordination der Atmung und durch das Schlucken.

Bei einem einen Monat alten Baby wird der Homunculus auf der somatomotorischen Hirnrinde[2] übereinstimmend sein mit der Figur seines Körpers. Die Lippen und der Mund nehmen den größten Teil des Homunculus ein. Die Muskeln, die ihm später helfen werden, die Schwerkraft zu überwinden sind dem Willen noch nicht Untertan. Auch die Handmuskulatur gehorcht nur selten seinem Willen. Der Homunculus wird den Körper in der Form von vier dünnen Strichen – für die Gliedmaßen – angeben, die mit einem fünften Strich (für den Rumpf) verbunden sind, wohingegen die Lippen und der Mund den größten Teil des Abbildes formen.

Bei einem weiter entwickelten Kind, das bereits gehen und schreiben kann, nimmt der Homunculus eine ganz andere Gestalt an. Die Lippen und der Mund nehmen auch nun wieder einen großen Teil ein, da die Funktion der Sprache – wobei die Zunge, die Lippen und der Mund mit einbezogen sind – dem ersten Abbild hinzugefügt sind. Darüber hinaus ist Repräsentation des Daumens viel größer als zu Beginn. Und der rechte Daumen nimmt einen größeren Platz ein als der linke. Der Daumen hat Anteil an fast jeder Bewegung der Hand, vor allem beim Schreiben.

Wenn wir alle Jahre wieder diese Figur betrachten würden, dann würde das nicht nur jedes Mal ein anderes Bild zeigen, sondern es wären auch von Individuum zu Individuum große Unterschiede sichtbar. Bei jemandem, der nicht das Schreiben erlernt hat, würden die Repräsentationen des Daumens klein bleiben, da eine Vielzahl an Zellen – die für das Schreiben nötig sind – ungenutzt blieben. Das Gebiet des Ringfingers wäre bei jemandem, der ein Musikinstrument zu spielen gelernt hat, größer als bei jemandem, der das nicht erlernt hat.

Unser Selbstbild besteht nur aus den Zellen, die wir tatsächlich in Verwendung haben. Deshalb ist es in Wirklichkeit auch kleiner als es sein könnte. Es ist abhängig vom Input. Mehr Input formt ein größeres Selbstbild.

Jemand, der auf seinem Rücken liegt und probiert, sich Stück für Stück auf seinen gesamten Körper, also systematisch auf alle Teile davon zu konzentrieren, wird feststellen, dass man sich bestimmte Stellen leicht bewusst machen kann, wohingegen andere eher außerhalb des Bewusstseins bleiben.

Die Teile, die wir tagtäglich gebrauchen, können wir uns auch am einfachsten bewusst machen. Dagegen spielen die Teile wohl eine eher untergeordnete Rolle, die wir uns schwer bewusst machen können.

Das Einschätzen der Abmessungen unterscheidet sich je nach Körperglied. Unsere somatotopische Repräsentation[3] einer Gliedmaße (das Abbild) braucht nicht mit dem tatsächlichen Umfang übereinzustimmen. Der Unterschied kann bis zu 300 Prozent betragen! Die Weise, wie jemand seine Schultern, seinen Kopf oder seinen Magen hält, seine Stimme einsetzt, sein Gesichtsausdruck einsetzt, wie man sein Gleichgewicht hält und sich verhält, basieren allesamt auf seinem Selbstbild. Aber das Bild kann klein gehalten werden oder gerade übertrieben groß gemacht sein um zu der Maske zu passen, womit man sich seinen Mitmenschen zeigt.

Originalbeitrag ist hier: Sensomotorische Prinzipien in der Körpertherapie

 

Impressum

Heilpraxis Heiko Schulze

Kramerstraße 12

30159 Hannover

 

Telefon

(0511) 3 00 58 53

 

Mail

mail@balanceheilpraxis.de

 

www

http://balanceheilpraxis.de

 

 

 



[1] Zellen der Hirnrinde; dem Willen zugeordnet

[2] Den Körper und die Bewegung betreffendes Areal

[3] Die Projektion eines Körperteils im Kortex