Ausgabe 1, 2015

4. Januar 2015

Inhalt

Aktuelle Meldungen. 2

Evolution: Sesshaftigkeit macht menschliche Knochen fragil 2

Rätsel der Woche: Verflixte Spirale. 2

Fette Beute: Ameisen zeigen faszinierende Transporttechnik. 2

Su – der Urklang. 2

Impressum.. 4

 

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

am Anfang, als das Universum durch einen ersten tiefen Atemzug sich auszudehnen begann, entströmte ihm ein Klang. Dieser Urlaut war der Su-Klang, der Klang des Wachstums.

Dieser Urlaut breitete sich in vier Richtungen weiter aus und bildete einen pulsierenden Kreis …

Frohes neues Jahr und viel Spaß mit der Lektüre ;)

Viele Grüße

Heiko Schulze


Aktuelle Meldungen

Evolution: Sesshaftigkeit macht menschliche Knochen fragil

Das Skelett des Menschen ist für seine Größe erstaunlich leicht. Der Übergang zum aufrechten Gang sei der Grund, dachten Forscher bisher. Jetzt aber machen zwei Studien eine andere Ursache aus: Bewegungsmangel durch Sesshaftigkeit.

Zum Artikel …

Rätsel der Woche: Verflixte Spirale

Dieses Problem hat es in sich: Auf einen langen, schmalen Zylinder ist eine Linie gezeichnet, die wie eine Spirale von unten nach oben verläuft. Wie lang ist diese Linie?

Zum Artikel …

Fette Beute: Ameisen zeigen faszinierende Transporttechnik

Wie gut Ameisen Teamwork beherrschen, zeigt dieses verblüffende Video des Transports eines Tausendfüßlers.

Zum Video …

 


Su – der Urklang

Im traditionellen Shintoismus gibt es ein System von Kosmologie und Mystik, das Kotodama genannt wird, und welches das Weltall ausgehend von Lauten und Vibrationen beschreibt. Kotodama kann ungefähr mit ‚die Seele der Wörter‘ oder ‚der Geist der Wörter‘ übersetzt werden.

Es ist ein System von Vokalen, Konsonanten und deren Kombinationen, in dem jeder Laut seinen eigenen Inhalt und seine dahinterliegende Bedeutung hat. Wenn die Laute kombiniert und ausgesprochen werden, sind diese dahinterliegenden Kräfte wirksam, wie Vibrationen. Sie tragen eine spezielle Bedeutung und wirken auf den, der sie ausspricht. Sogar in der alltäglichen Rede, so wollen es die Prinzipien des Kotodama, sind diese Kräfte wirksam.

Kotodama erklärt die Entstehung des ganzen Weltalls mit diesen Begriffen. Zuerst war nur Chaos, die große Dunkelheit, die es gab, die aber nicht vernommen, nicht erlebt werden konnte. Als das Licht plötzlich angezündet wurde[1], wurde im selben Augenblick dessen Spiegelung geboren - die Wahrnehmung des Lichts. Was wäre das für ein Licht, wenn kein Auge es sehen würde?

Kotodama beschreibt diesen Prozess mit Lauten, wobei das ursprüngliche dunkle Chaos U ist, welches dem shintoistischen Gott Ame-no-minaka-nushi-no-kami entspricht. Der Betrachter ist der Laut A - Takami-musubi-no-kami (Hohe Augustwachstums-Gottheit) und, und das Betrachtete ist der Laut WA - Kami-musubi-no-kami (Göttliche Augustwachstums-Gottheit).

Diesen beiden Kräften folgen weitere. Aus A wird O und E und aus WA wird WE und WO. In der vierten Generation entstehen schließlich die Konsonanten.

Am Ende der Kette entsteht eine Lebenskraft, ein Äther ohne Grenze, der alle anderen Kräfte umschließt und sie zu einer Ganzheit werden lässt. Diese aktive Substanzseite ist der Laut I, der Gott Izanagi, und seine passive Objektseite ist der Laut WI, der Gott Izanami.

Ausgehend von diesem Prinzip der Entstehung werden die Laute in ein System geordnet, in dem die reinen Vokale Mütter genannt werden und die Konsonanten Väter. Die Kombinationen von diesen sind die Kinder. Ein Schema von diesen zeigt insgesamt fünfzig unterschiedliche grundliegende, einsilbige Wörter – fünf Vokale, deren fünf Spiegelungen, sowie die vierzig Kombinationen mit Konsonanten.

 

N

Y

R

M

K

S

T

H

 

I

NI

YI

RI

MI

KI

SI

TI

HI

WI

E

NE

YE

RE

ME

KE

SE

TE

HE

WE

A

NA

YA

RA

MA

KA

SA

TA

HA

WA

O

NO

YO

RO

MO

KO

SO

TO

HO

WO

U

NU

YU

RU

MU

KU

SU

TU

HU

WU

Nach der Theorie des Kotodama[2] steht

U - für die Zeugung,

YU - für das Gleichgewicht zwischen Feuer (Yang) und Wasser (Yin),

MU - für die physische Geburt,

Die U-YU-MU Folge reift zu den zwei ursprünglichen Entstehungskräften heran:

1.   A - Takami-musubi-no-kami (Hohe Augustwachstums-Gottheit) und

2.   WA - Kami-musubi-no-kami (Göttliche Augustwachstums-Gottheit)

Sinnbildlich ist Ame-no-minaka-nushi-no-kami (U) der Drehpunkt der Schöpfung, während Takami-musubi-no-kami und Kami-no-musubi-no-kami die beiden Pole der zentripetalen und zentrifugalen Kraft darstellen, die die Dinge zusammenhalten.

Takami-musubi-no-kami expandiert, schwillt an, atmet aus und stellt sich in allerlei Formen dar; die Hohe Augustwachstums-Gottheit ist im Frühjahr und Sommer am aktivsten.

Kami-no-musubi-no-kami zieht zusammen, nimmt auf, atmet ein und vereinigt; die Göttliche Augustwachstums-Gottheit ist im Herbst und Winter am aktivsten.

Gleichzeitig expandiert Su vertikal in den Kotodama I (siehe oben).

Diese Kotodama sind auffallend ähnlich zu den ‚einfachen‘ Vokalen, die den Kern der meisten Sprachen: die Vokale sind die pulsierenden Klänge, die die Sprache zum Leben erwecken, wenn sie mit den eher trägen Konsonanten zusammentreffen.

Quellen: http://www.aikidofaq.com/teachings/dobun.html, http://www.aikiweb.com/forums/archive/index.php/t-10448.html, http://www.stenudd.com/aikido/deutsch/aikido-deutsch-37-kototama.htm 

 

 

Impressum

Heilpraxis Heiko Schulze

Kramerstraße 12

30159 Hannover

 

Telefon

0160 9 758 73 28

 

Mail

mail@balanceheilpraxis.de

 

www

http://balanceheilpraxis.de

 

 



[1]  In der japanischen religiösen Urkunde Kijiki, Die Chronik der frühen Dinge, vom 8. Jahrhundert, wird berichtet, wie die Sonnengöttin Amaterasu einst aus Erzürnung über die Grausamkeiten der Welt weglief und sich in einer Grotte verbarg. Die Welt lag in Dunkelheit und die übrigen Götter wussten nicht, wie sie das Licht in sie zurückbringen könnten. Sie versammelten sich am Eingang der Grotte und baten darum, dass Amaterasu sich der Welt erbarmen und zurückkehren solle, aber diese ließ sich nicht erweichen. Da kamen sie auf die Idee, sie mit einem Spiegel zu locken, und Amaterasu wurde so neugierig auf ihr eigenes Spiegelbild, dass sie schließlich aus der Grotte kam, um sich selbst zu betrachten. Das Licht war in die Welt zurückgekommen. Diese Sage ist wohl die zentrale der religiösen Legenden in Japan, das sich ja Reich der Sonne nennt. Und es liegt große Symbolik in der Begegnung der Göttin mit ihrem Spiegelbild, die das Licht wiedergebiert.

[2] Kotodama im erweiterten Sinn geht auf die frühesten schriftlichen religiösen Überlieferungen zurück. Die „Macht der Töne“ oder, wie sie im Sanskrit genannt wurden, „Keimsilben" traten bereits im ältesten der vedischen Texte auf.