Der Darm I

Der Mensch besteht aus ca. einer Trilliarde Zellen. Dazu gesellen sich zehnmal so viele Bakterien! Die meisten davon befinden sich im Darm. Wenn man den Darm auffalten würde, würde er die hundertfache Fläche der Haut einnehmen. Er ist Ort der größten Anzahl an Immunzellen im Körper.

Also alles in allem ein beeindruckendes System. Doch ab der Speiseröhre hört das Bewusstsein für den Darm mehr oder weniger auf. Das Grummeln des Magens nimmt man noch wahr (was im Übrigen kein Zeichen für Hunger ist, sondern das Bestreben des Körpers zeigt, sich zu reinigen.) und den Drang zur Defäkation.

Der Anus schließlich ist der Ort an dem zwei Bewusstseinswelten aufeinanderstoßen: Der unwillkürliche innere Schließmuskel und der bewusste äußere. Das bringt den Gedanken nahe, dass auch Emotionen im Zusammenhang stehen mit dem Darm.

In der Embryologie ist das Darmrohr die erste durchgängige Struktur, die sich entwickelt. Erst später entwickelt sich das Gesicht. Und vielleicht gibt es da einen Zusammenhang: auch die Mimik ist nicht kontrollierbar, so wie das Darmrohr auch nicht.

Wir kennen nur 40% der Bakterien des Darms, 60% sind nicht außerhalb des Darms anzüchtbar! Es gibt die Vermutung, dass die Zusammensetzung unserer Darm’bevölkerung‘ großen Einfluss auf unsere Emotionen hat, und darauf, warum der eine eher dick wird, der andere eher nicht – obwohl dasselbe gegessen wird.

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