Schlüsselbein – Bewegungen bewusst erleben

Dieser Artikel ist eine Fortsetzung des Artikels: Schilddrüse – Fehlfunktionen aus fernöstlicher Sicht.

Das Schlüsselbein stellt ein Verbindungsglied zwischen Brustbein und Schulterblatt dar. Es ist spiralig geformt.

In manchen anglikanischen Texten wird es als „Kurbelgelenk“ bezeichnet.

Abbildung 1 Das Schlüssel- und das Brustbein

Creative Commons by-sa 3.0 de

Das Brustbein besteht aus drei anatomisch miteinander verbundenen Teilen:

  • dem Griff
  • dem Körper
  • der Spitze

Zwischen Griff und Körper sind Bewegungen möglich. Je nachdem wie das Schlüsselbein zum Griff – dem oberen Teil des Brustbeins – steht kippt es nach oben oder nach unten.

Das verändert die Spannung im Rumpf: Wie eine Kurbel erzeugt es mehr Spannung, wenn Druck vom Schultergürtel in Richtung Körperachse aufgebaut wird.

Soweit zur Theorie, doch wie setzen wir dieses Wissen in der Praxis um?

Zuerst benötigen wir eine stabile Mitte, danach können gezielte Übungen für das Schlüsselbein gemacht werden:

Naikanho

Eine Übung, die mit dem Rhythmus der Atemwelle das Zwerchfell trainiert. Warum? Weil die bewusste Bewegung der unteren Rippen die Bewegung des Schlüsselbeins unterstützt!

Zum Üben lege ich mich auf den Rücken, die Füße im ‚V‘ oder ganz gerade.

Ich atme langgezogen ein und dabei stemme ich die Beine über die Fersen in den Boden. Das Kreuz geht nach oben oder aus meiner Perspektive: nach vorne, es ist dabei ein klein Wenig nach unten geöffnet.

Der zweite Auflagebereich – neben den Fersen – ist der Schultergürtel. Der Kopf bleibt liegen. Der Körper geht in eine Art Brücke.

Beim Ausatmen halte ich diese Spannung einen Moment länger als den Atemrhythmus. Wenn ich ausgeatmet habe bleibt ein kleiner Rest dieser Spannung übrig.

Dann atme ich wieder ein und die Spannung im Körper erhöht sich wieder.

Nach zwei, drei Atemzyklen kann ich dann Pause machen und meinen Rücken vollständig ablegen.

Sotai für das Schlüsselbein

Es gibt eine sehr schöne Übung aus dem Sotai, im Sitzen. Die Füße flach auf den Boden. Das Kreuz gerade.

Ich fange mit dem rechten Arm an und drehe ihn nach hinten ein. Synchron dazu blicke ich nach links. Andersherum drehe ich das Gesicht nach rechts und blicke schließlich in den geöffneten Handteller meines Arms.

Ich prüfe, welche Bewegung mir leichter fällt. Ich wiederhole die angenehmere! Fallen mir keine Unterschiede auf, dann wiederhole ich beide Richtungen. Danach übe ich mit der linken Seite. CAVE Sind beide Bewegungsrichtungen unangenehm, die Übung abbrechen!

Nach Abschluss der Übungen spüre ich beim Bewegen nach Veränderungen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es sehr komplex sein kann, sich der Bewegung des Schlüsselbeins gewahr zu werden. Das Problem ist aber nicht die Komplexität der Bewegung an sich, sondern eher die der Gedanken im Kopf ;).

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