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Alles findet sich in einem wieder.
Bsp.: In der Ohrmuschel findet sich der gesamte Organismus wieder, ebenso in den Reflexzonen des Fußes oder der Hand

Fraktale

Was ist ein Fraktal? Populär erklärt ist es eine Form, die sich – immer kleiner werdend – unendlich oft wiederholt. Jedes Mal, wenn man tiefer hineinschaut, findet man dieselbe Form in verkleinerter Form wieder. Ein typisches Beispiel dafür ist ein Blumenkohl: Jedes kleine Stück sieht praktisch genauso aus wie der gesamte Blumenkohl. Dieses Phänomen heißt Selbstähnlichkeit.

Mandelbrot wählte eine mathematische Definition: Fraktale sind geometrische Formen mit gebrochener Dimension. Das klingt zunächst verrückt, ist es aber ganz und gar nicht. Eine Strecke beispielsweise hat die Dimension eins. Schaut man sich die Strecke durch eine Lupe an, die alle Objekte doppelt so groß aussehen lässt, dann verdoppelt sich auch die Streckenlänge.

Es gibt jedoch auch Linien, deren Länge sich unter einer solchen Lupe nicht nur verdoppelt, sondern zum Beispiel verdreifacht. Mandelbrot beschrieb im Jahr 1967 im Wissenschaftsmagazin „Science“ eine solche Linie: die Küstenlänge Großbritanniens. Das erstaunliche Ergebnis: Je feiner man die Küste vermisst, desto länger wird sie.

Fraktale und Holografien haben eines gemeinsam: im kleinsten findet sich stets das Ganze wieder. Ich wünsche eine gute Zeit.

 
  Fractal Zoom Mandelbrot Corner

Das holografische Prinzip

Aus der taoistischen Lehre kennt man folgenden Sachverhalt: die 0 (das Tao) erschafft die große Einheit, die 1 (das Tai Chi). Aus der Einheit wird die Zweiheit (Yin – Yang) geboren. Die 2 erzeugt die 3 Bausteine des Lebens (Energie, Materie und Bewegung) und die Drei erzeugt alle Dinge (z.B. die 64 Hexagramme des I Ging).

Der Spiegel symbolisiert dabei vielleicht den Transformationsprozess, wobei sich in jeder Entwicklungsstufe der Ursprung wieder findet.

‚Es gibt ein Ding, das ist unterschiedslos vollendet.

Bevor der Himmel und die Erde da waren,

ist es schon da,

so still, so einsam.

Allein steht es und ändert sich nicht.

Im Kreis läuft es und gefährdet sich nicht.

Man kann es nennen die Mutter der Welt.

Ich weiß nicht seinen Namen.

Ich bezeichne es als Sinn.‘

R. Wilhelm: Tao Te King, Diederichs, 1978

 

Das holografische Prinzip

Holografie ist ein ganzheitliches, diagnostisches und therapeutisches Prinzip der fernöstlichen Heilkunde. Die Basistheorie der Akupunktur stammt nicht aus Experimenten sondern ihre Formulierung ist die Folge der klinischen Erfahrung im Kontext der taoistischen Philosophie (I Ging, Tao Te King).

Das holografische Prinzip besteht darin, ein vollständiges Bild des Ganzen an jeder beliebigen Stelle des Körpers anzunehmen. In einem Hologramm finden wir das Gesamtbild aus jedem Blickwinkel.

Eine Organstörung wird an die Körperoberflache projiziert. Wir können das besonders gut an einigen Stellen des Körpers beobachten.

Die bekanntesten holografischen Areale des Körpers sind die Zunge (Zungendiagnose), der Puls (Pulsdiagnose), das Ohr (Ohrreflexzone), der Schädel (Schädelreflexzone), der Fuß (Fußreflexzone), die Hand (Handreflexzone), der Zeigefinger (speichenseitig) und die Bauchdecke.

Nicht nur von diagnostischem Nutzen ist dieses Prinzip, auch therapeutisch findet dieses seine Anwendung.

Und natürlich sind alle Individuen wieder als Teil der Gesellschaft auch wieder ein Spiegel dieser.

Muskelmeridiane und Leitbahnsehnen

In der fernöstlichen Medizin kennt man neben den Meridianen, auf denen die Akupunkturpunkte liegen, auch muskuläre Leitbahnen, die dem Verlauf des zugehörigen Meridians sehr ähnlich sind. Sie werden Leitbahnsehnen genannt.

Ich möchte dies anhand der Leitbahnsehne des Gallenblasenmeridians verdeutlichen. Die Sehne verläuft auf der Außenseite des Körpers und verbindet die Schläfen mit den Fußaußenseiten. Dazwischen befinden sich mehrere Schnittstellen:

  • auf Höhe des Wadenbeinköpfchens
  • auf dem Niveau des Kreuzbeins
  • auf Höhe der Gürtellinie (nicht eingezeichnet)
  • in der Achsel
  • im Bereich der Schläfe

In meiner praktischen Arbeit habe ich häufig mit Problemen innerhalb dieser Leitbahnsehne zu tun. Viele Lendenbeschwerden stehen meines Erachtens im Zusammenhang mit einer Störung dieser Kette.

Nach Dr. Masunaga (Psychologe, Shiatsutherapeut), der den Funktionskreisen psychologische Funktionen zugeordnet hat, steht der Gallenblasenmeridian stellvertretend für die Funktion des Entscheidens: Gehe ich nach rechts oder nach links?

Gemeint sind aber nicht die langfristigen Strategien, sondern die alltäglichen Entscheidungen bezüglich kurzfristiger Fragestellungen.

„It is not the life event but the daily hazzles that kill a man!“ schrieb der amerikanische Autor Charles Bukowski einmal.

Wenn man den bioenergetischen Ansatz Dr. Hashimotos um den Dr. Masunagas erweitert, dann kann ich mir gut vorstellen, dass sich allerlei (Bewegungs-)Gewohnheiten in der Struktur dieser Leitbahnsehne widerspiegeln.

Jeder kennt doch die Situation, in der man sich zu etwas durchringt, es irgendwie möchte und doch auch wieder nicht. Die entsprechende Bewegung ist eine Art Winden, also eine unklare Bewegung, die sowohl zur einen Seite, aber auch zur anderen Seite führt. Solche Muster finden sich bei pathologischen Zuständen in der Leitbahnsehne.

Auf mikroskopischem Niveau stellt man eine Veränderung der Muskelproteine fest, den „strain“. Über neuronale Rückkopplungsmechanismen wird das vegetative Nervensystem in Mitleidenschaft gezogen, das wiederum einen Einfluss auf den Stoffwechsel der inneren Organe hat. Auf diese Weise können Störungen im Organsystem mitverursacht werden.

Um mit Manakas Worten zu sprechen, eine Korrektur in der Software – in diesem Fall im Muskelapparat – könnte Veränderungen im somatoemotionalen Zustand hervorrufen. Abhängig von der Intensität und der Dauer der Beschwerden wird diese Korrektur über einen kürzeren oder längeren Zeitraum erfolgen müssen.