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… bestehend aus 12 Haupt- und acht außerordentlichen Leitbahnen.
Das M. ist verantwortlich für die energetische Regulation lebenserhaltender Prozesse.
Dr. Manaka zufolge ist es ein Kommunikations- und Signalsystem, weshalb er auch den Begriff X-Signalsystem eingeführt hat.

Der Lebermeridian

Von der großen Zehe ausgehend zieht der Lebermeridian über das Schienbein zum Knie, passiert es vor dem Gänsefüßchen, verläuft entlang der Adduktoren zur Leiste. Dort kreuzt er den Magenmeridian und vereinigt sich mit dem Konzeptionsgefäß.

In der Mittellinie steigt er weiter auf, passiert den Magen, die Speiseröhre und endet schließlich im Kranium. Er öffnet sich in den Augen und im Scheitelpunkt. Hier verbindet er sich auch mit dem Lenkergefäß. Dessen Ki, das mit dem Liquor hinabsteigt, vereinigt sich im Beckenbereich erneut mit dem des Lebermeridians.

Auf Höhe des Schlüsselbeins gibt er in Magen 12 erneut einen Ast ab. Dieser steigt durch die Brust hinab, passiert das Zwerchfell und die Leber selbst. Hier umwickelt es das Organ. Auf Höhe der Spitze der elften Rippe geht er weiter hinab, um sich in Magen 30 mit dem Konzeptions- und dem Lenkergefäß zu vereinigen..

Was für eine Funktion hat der Funktionskreis Leber?

Der Funktionskreis Leber übernimmt eine vermittelnde Funktion, zwischen Ki und Blut. Es speichert Blut und gibt es an die Sehnen weiter. Blut Stasen werden deshalb immer im Zusammenhang mit diesem Funktionskreis behandelt.

Seine Kraft wird als Potenz bezeichnet. Seine Leitbahnsehne zu kräftigen wirkt sich nach fernöstlicher Auffassung auf die Sexualkraft aus. Aber seine Kraft hat auch Einfluss auf die gesamte körperliche Verfassung.

In letzter Zeit übe ich regelmäßig Naikan-ho, eine Art Kraft-Atemübung. Ich habe sie in meinem vorherigen Blogbeitrag und im Zusammenhang mit dem Schlüsselbein bereits beschrieben.

Ich merke, wie diese Übung genau auf diesen Meridian wirkt. Ich spüre, wie sich dabei die Kraft in der Mitte zentriert. Wenn ich die Beschreibung des Meridianverlaufs visualisiere, dann bemerke ich, wie sich das Ki beim Einatmen im Zwerchfellbereich sammelt und sich der Rücken öffnet. Beim Ausatmen kehrt das Ki in den Unterbauch zurück. Es sammelt sich im Becken und Leistenbereich.

Bei der nächsten Atmung steigt es – von den Füßen ausgehend – wieder aufwärts. Es entsteht ein Kreislauf. Und mit jedem Atemzug sammelt sich mehr Ki in der Mittelebene.

Zuckerkrankheit

Die Zuckerkrankheit ist eine sehr verbreitete chronische Krankheit. Bei dieser Krankheit fehlt ein Hormon, dass für die Senkung des Blutzuckerspiegels verantwortlich ist, das Insulin.

Der Diabetes wird unterschieden in eine altersbedingte und eine bereits in jungen Jahren auftretende Form.

Heutzutage sind die Patienten sehr gut medikamentös eingestellt. D. h., dass ich in meiner Praxis im Grunde keine Patienten mit einer Fragestellung rundum diese Erkrankung sehe.

Aber sie kommen natürlich wegen anderer Probleme. In dem Fall, von dem ich hier berichte, waren es chronisch Nackenprobleme wegen derer ich aufgesucht wurde.

Aus fernöstlicher Sicht deuten chronische Erkrankungen immer auf eine Schwäche des Funktionskreises der Nieren hin. Die Behandlung zielte also auf eine Stabilisierung dieses Meridians …

Nach der dritten Behandlung dann erklärte mir der Patient, dass einige Tage nach der Behandlung die Wirkung des Insulins länger anhielte. Das sei so ein Nebeneffekt, der ihm auffiele …

Nun, wo ist der Zusammenhang? Die plausibelste Erklärung scheint mir, dass durch die Stimulierung des Funktionskreises Niere die Produktion von Glukokortikoiden aus der Nebennierenrinde gedrosselt wird.

Während ein hoher Spiegel von Kortikoiden für ein erhöhtes Stressniveau spricht, deutet ein niedriger auf Entspannung hin. Entspannung bedeutet hier: sammeln! Ich denke, dass durch Sammlung der Kraft im Bereich der Nieren sich eine innere Mitte etabliert, eine Art ruhender innerer Pol, der das Aktivitätsniveau der äußeren Strukturen verringert. Über Rückkopplungsmechanismen wird die Menge des Stresshormons nach unten korrigiert.

Dr. Manaka hat dafür eine Erklärung parat, die ich in der fünften Ausgabe
des Newsletter besprochen habe.

Die Holo-Bewegung

In der vierten Ausgabe meines Newsletters (Juni 2009) habe ich das Thema zum ersten Mal behandelt. Kürzlich bin ich wieder darauf gestoßen: auf die holografische Projektion.

Am besten stellt man sich dazu eine Art Verdichtung – ein Plenum – vor, welches den Grund von allem bildet. Die Dinge, die vor unseren Sinnen erscheinen, sind abgeleitete Formen aus dieser Ur-Verdichtung. Dieses Plenum ist nicht nur ein dreidimensionales Gebilde, es ist eine Art „Holo-Bewegung„.

Der Mensch ist ebenso Teil dieser „Holo-Bewegung“ wie alles, was existiert. Finden wir in verschieden Organismen ähnliche Strukturen wieder, so kann man ebenso innerhalb eines Organismus holografische Spiegel desselben wiederfinden: Es spiegelt sich der Körper in den Reflexzonen am Fuß, am Ohr oder in der Hand, aber auch in den fünf Wandlungsphasen der Meridiane wider.

Es ist häufig dieselbe Grundidee, die sich in den mannigfaltigsten Kreationen widerspiegelt. Nehmen wir den Computer: Vielleicht ist der Abakus eine der ersten Manifestationen eines ‚Rechners‘. Doch wohingegen der Gedanke derselbe blieb, ist die Bandbreite der Entwicklungen bis zum heutigen Tag enorm.

In der Akupunktur gibt es dasselbe Prinzip: das Meridiansystem. Es steckt in jedem Lebewesen. Um es zu behandeln benötigt der Therapeut keine Kenntnisse über die einzelnen Schaltkreise; ihm genügt Einsicht in die „Grundidee“ um Veränderungen im Organismus hervorzurufen.

Shonishin – Akupunktur bei Kindern

Shonishin ist – wie könnte es auch anders sein – eine japanische Methode zur Behandlung von Klein- und Kleinstkindern. Mit ganz leichten Techniken wird das junge Meridiansystem behandelt. Wie im Toyohari wird beim Shonishin mit Kontaktnadelung gearbeitet.

Im 69. Kapitel des Nan Jing (Klassiker der Schwierigkeiten; ca. 100 n. Chr.) steht geschrieben: „Bei Leere des Kindes behandle die Mutter“. Dieses Prinzip wird im Shonishin sehr wörtlich genommen: Denn die Mütter (oder Väter) erhalten eine Anleitung zur Heimtherapie mit der sie mit streichenden, reibenden oder auch klopfenden Techniken ihr Kind selbst behandeln. Diese Heimtherapie ist sehr einfach und wirkungsvoll.

Überhaupt wird im Shonishin eher weniger getan, denn gerade die Kleinsten unter uns erhalten durch eine zu starke Behandlung schnell eine Art „Überdosis“, weswegen sich ihre Symptome zeitweise verschlechtern können.

Das Prinzip „Weniger ist mehr“ ist ganz wichtig: Häufig reichen leichte Akupunkturtechniken – sogenannte Kontaktnadelungen – um das Energiesystem zu regulieren.

Shonishin findet seinen Einsatz z. B. bei

  •          Dreimonatskoliken
  •          Neurodermitis
  •          Enuresis
  •          Schlafstörungen

Auf meiner Seite finden Sie ein Beispielvideo
– für einen ersten Eindruck.

Selbstheilung

Einfache Organismen sind in der Lage selbst schwerste Verletzungen zu kurieren. Am Beispiel von Planarien zeigt sich dies: diese wenige Millimeter langen Strudelwürmer sind in der Lage sich aus einer (!) intakten Zelle vollständig zu regenerieren. Selbst eine funktionierende Zelle einer anderen Planarie reicht aus, um einen toten Wurm zu reanimieren (ZEIT Nr. 30, 21.07.2011, Seite 30).

Aber je komplexer ein Organismus aufgebaut ist, desto mehr spezialisierte Zellverbände gibt es. Dies geht zulasten der Regenerationsfähigkeit.

Im Extremfall kann der Körper durch seine Schutzmechanismen vorhandenen Gewebeschaden sogar noch verschlimmern.

Hier kommt der Therapeut ins Spiel! Manaka zufolge (s. Newsletter 4) liegen allen Körperprozessen archaische Regulationsmechanismen zugrunde. In der Akupunktur wird auf diese Systeme Einfluss genommen. Sotaiho erweitert das Wirkspektrum, indem es Dysbalancen im Körper und damit verbundene vegetative Reaktionen reguliert.

Ich glaube, dass eine chronische Krankheit sanfter therapeutischer Handlungen bedarf: Der Körper benötigt wiederkehrende, klare Informationen, die ihn in die Lage versetzen, seine Selbstheilungskräfte anzuwenden. Und das kann – gerade bei langandauernden Erkrankungen – nur über einen längeren Zeitraum erfolgreich sein.

Das holografische Prinzip

Aus der taoistischen Lehre kennt man folgenden Sachverhalt: die 0 (das Tao) erschafft die große Einheit, die 1 (das Tai Chi). Aus der Einheit wird die Zweiheit (Yin – Yang) geboren. Die 2 erzeugt die 3 Bausteine des Lebens (Energie, Materie und Bewegung) und die Drei erzeugt alle Dinge (z.B. die 64 Hexagramme des I Ging).

Der Spiegel symbolisiert dabei vielleicht den Transformationsprozess, wobei sich in jeder Entwicklungsstufe der Ursprung wieder findet.

‚Es gibt ein Ding, das ist unterschiedslos vollendet.

Bevor der Himmel und die Erde da waren,

ist es schon da,

so still, so einsam.

Allein steht es und ändert sich nicht.

Im Kreis läuft es und gefährdet sich nicht.

Man kann es nennen die Mutter der Welt.

Ich weiß nicht seinen Namen.

Ich bezeichne es als Sinn.‘

R. Wilhelm: Tao Te King, Diederichs, 1978

 

Das holografische Prinzip

Holografie ist ein ganzheitliches, diagnostisches und therapeutisches Prinzip der fernöstlichen Heilkunde. Die Basistheorie der Akupunktur stammt nicht aus Experimenten sondern ihre Formulierung ist die Folge der klinischen Erfahrung im Kontext der taoistischen Philosophie (I Ging, Tao Te King).

Das holografische Prinzip besteht darin, ein vollständiges Bild des Ganzen an jeder beliebigen Stelle des Körpers anzunehmen. In einem Hologramm finden wir das Gesamtbild aus jedem Blickwinkel.

Eine Organstörung wird an die Körperoberflache projiziert. Wir können das besonders gut an einigen Stellen des Körpers beobachten.

Die bekanntesten holografischen Areale des Körpers sind die Zunge (Zungendiagnose), der Puls (Pulsdiagnose), das Ohr (Ohrreflexzone), der Schädel (Schädelreflexzone), der Fuß (Fußreflexzone), die Hand (Handreflexzone), der Zeigefinger (speichenseitig) und die Bauchdecke.

Nicht nur von diagnostischem Nutzen ist dieses Prinzip, auch therapeutisch findet dieses seine Anwendung.

Und natürlich sind alle Individuen wieder als Teil der Gesellschaft auch wieder ein Spiegel dieser.

Das dynamisierende Ki zwischen den Nieren

Nach altchinesischer Auffassung befindet sich der Konzentrationsort von Yin und Yang zwischen den Nieren, er wird auch Ming Men genannt. Von hier aus werden die physiologischen Prozesse im Körper angeregt.

Wer sich mit der chinesischen Medizin beschäftigt hat, der weiß um diese Idee. Alles Leben kommt aus dem Wasser und die Nieren sind der Ort an dem der Körper zwischen dem Wasser und dem Salz wählt.

Die zwei Pole Yin und Yang sind den Wandlungsphasen Wasser und Feuer zugeordnet. Sie sind die gegensätzlichsten Pole innerhalb der fünf Wandlungsphasen. Und diese zwei treffen sich an einem Ort zwischen den Nieren, den man Ming Men nennt, das Lebenstor. Er befindet sich auf dem Niveau des dritten Lendenwirbels.

In den fernöstlichen Bewegungskunstformen wird immer wieder auf die Notwendigkeit einer stabilen und klaren Hüfte hingewiesen. Mit „Hüfte“ ist der Lendenbereich gemeint. Wenn sich die Hüfte im Gleichklang mit Händen und Füßen bewegt, dann werden die Handlungen anmutig und effektiv.

Die Grundenergie kann dann in ausreichendem Maße fließen und die Achse sich frei ausrichten. Beim Sotai wird gerade auf die Adjustierung dieses Bereichs großer Wert gelegt. Die Balance im Lendenbereich ist die Basis für unser Wohlbefinden.

Schilddrüse – Fehlfunktionen aus fernöstlicher Sicht

Die Schilddrüse liegt einem Hufeisen ähnlich unterhalb des Zungenbeins um den Schildknorpel herum. Die Schilddrüsenhormone wirken auf das Herz und den Kreislauf. Sie führen zu einer Erhöhung der Herzfrequenz, des Blutdrucks und einer Erweiterung von Gefäßen.

Sie wirken auf den Zucker-, Fett- und Bindegewebsstoffwechsel, indem sie deren Umsatz steigern. Sie steigern die Aktivität von Schweiß- und Talgdrüsen der Haut und die Aktivität der Darmmotorik. Im Nervensystem führen sie zu einer verstärkten Erregbarkeit der Zellen. Insgesamt wird durch die Wirkung der Schilddrüsenhormone der Energieverbrauch und der Grundumsatz des Organismus erhöht. Folge hiervon ist ein Anstieg der Körpertemperatur.

Abb. 1 Schilddrüse & Nebenschilddrüsen
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Die parafollikulären C-Zellen der Nebenschilddrüse bilden das Calcitonin. Es senkt den Calciumspiegel im Blut und dient so als Antagonist des Parathormons (PTH) als Regler der extrazellulären Calciumkonzentration.

Sowohl bei der Über- als auch die Unterfunktion kommt es zu einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Kropfbildung, die sogar den Knochen betreffen kann.

Aus Sicht der chinesischen Medizin deuten Schwellungen auf Energiestagnationen hin. Und da sich die Drüse im Bereich des Magenmeridians befindet möchte ich mich in diesem Newsletter auf die Punkte Magen 9 bis Magen 12 konzentrieren.

Magen 9

Magen 9 liegt im Gebiet der Schilddrüse. Dieser Punkt wird oft behandelt um Fließhindernisse zu beseitigen und um gegenläufiges Qi zu bändigen. Er ist gleichzeitig ein Kreuzungspunkt mit dem Yin Qiao Mai.

Siehe
Abb. 1

Magen 12

Magen 12 liegt oberhalb des Schlüsselbeins, sehr nah am Plexus brachialis. Hier kreuzt das Yin Fersengefäß ebenfalls. Dieser Punkt hat sich gerade bei Schulter-/Nackenproblemen als sehr hilfreich herausgestellt (Shudo, 2002). Manaka zufolge handelt es sich um einen wichtigen diagnostischen Punkt (Manaka, 2004).

Siehe
Abb. 2

Magen 11

Magen 11 liegt weiter innen, Richtung Brustbein, ungefähr am Ansatz des Sternocleidomastoideus. Dieser Punkt hat wiederum Verbindung zum Yin Wei Mai, dem Haltenetz des Yin. Manaka zufolge handelt es sich hier ebenfalls um einen wichtigen diagnostischen Punkt (Manaka, 2004).

Siehe
Abb. 3

Abb. 3 Zungenbeinmuskulatur
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Das Betasten der diagnostischen Punkte gibt Aufschluss über die Gewebebeschaffenheit und die Sensibilität. So deutet ein schmerzhafter Punkt auf einen Energiestau hin. Diese Informationen geben bereits Hinweise auf die zu wählende Behandlungsstrategie …

Um Stagnationen zu dynamisieren werden in der japanischen Akupunktur bestimmte Punktkombinationen angewendet, bei denen jeweils zwei interagierende Punkte miteinander verbunden werden. Siehe auch Newsletter 10 – Die Entstehung der Körperenergiesysteme.

Abhängig von der Konstitution des Patienten werden diese genadelt und mit Ionenpumpenkabeln verbunden oder sie werden mit direktem Moxa behandelt.

Aber auch eine Korrektur der Stellung der Schlüsselbeine und des Brustbeins stellt einen wichtigen Teil der Behandlung dar. Doch das soll Thema einer nächsten Ausgabe sein.