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s. Ki

Der Lebermeridian

Von der großen Zehe ausgehend zieht der Lebermeridian über das Schienbein zum Knie, passiert es vor dem Gänsefüßchen, verläuft entlang der Adduktoren zur Leiste. Dort kreuzt er den Magenmeridian und vereinigt sich mit dem Konzeptionsgefäß.

In der Mittellinie steigt er weiter auf, passiert den Magen, die Speiseröhre und endet schließlich im Kranium. Er öffnet sich in den Augen und im Scheitelpunkt. Hier verbindet er sich auch mit dem Lenkergefäß. Dessen Ki, das mit dem Liquor hinabsteigt, vereinigt sich im Beckenbereich erneut mit dem des Lebermeridians.

Auf Höhe des Schlüsselbeins gibt er in Magen 12 erneut einen Ast ab. Dieser steigt durch die Brust hinab, passiert das Zwerchfell und die Leber selbst. Hier umwickelt es das Organ. Auf Höhe der Spitze der elften Rippe geht er weiter hinab, um sich in Magen 30 mit dem Konzeptions- und dem Lenkergefäß zu vereinigen..

Was für eine Funktion hat der Funktionskreis Leber?

Der Funktionskreis Leber übernimmt eine vermittelnde Funktion, zwischen Ki und Blut. Es speichert Blut und gibt es an die Sehnen weiter. Blut Stasen werden deshalb immer im Zusammenhang mit diesem Funktionskreis behandelt.

Seine Kraft wird als Potenz bezeichnet. Seine Leitbahnsehne zu kräftigen wirkt sich nach fernöstlicher Auffassung auf die Sexualkraft aus. Aber seine Kraft hat auch Einfluss auf die gesamte körperliche Verfassung.

In letzter Zeit übe ich regelmäßig Naikan-ho, eine Art Kraft-Atemübung. Ich habe sie in meinem vorherigen Blogbeitrag und im Zusammenhang mit dem Schlüsselbein bereits beschrieben.

Ich merke, wie diese Übung genau auf diesen Meridian wirkt. Ich spüre, wie sich dabei die Kraft in der Mitte zentriert. Wenn ich die Beschreibung des Meridianverlaufs visualisiere, dann bemerke ich, wie sich das Ki beim Einatmen im Zwerchfellbereich sammelt und sich der Rücken öffnet. Beim Ausatmen kehrt das Ki in den Unterbauch zurück. Es sammelt sich im Becken und Leistenbereich.

Bei der nächsten Atmung steigt es – von den Füßen ausgehend – wieder aufwärts. Es entsteht ein Kreislauf. Und mit jedem Atemzug sammelt sich mehr Ki in der Mittelebene.

Shonishin – Akupunktur bei Kindern

Shonishin ist – wie könnte es auch anders sein – eine japanische Methode zur Behandlung von Klein- und Kleinstkindern. Mit ganz leichten Techniken wird das junge Meridiansystem behandelt. Wie im Toyohari wird beim Shonishin mit Kontaktnadelung gearbeitet.

Im 69. Kapitel des Nan Jing (Klassiker der Schwierigkeiten; ca. 100 n. Chr.) steht geschrieben: „Bei Leere des Kindes behandle die Mutter“. Dieses Prinzip wird im Shonishin sehr wörtlich genommen: Denn die Mütter (oder Väter) erhalten eine Anleitung zur Heimtherapie mit der sie mit streichenden, reibenden oder auch klopfenden Techniken ihr Kind selbst behandeln. Diese Heimtherapie ist sehr einfach und wirkungsvoll.

Überhaupt wird im Shonishin eher weniger getan, denn gerade die Kleinsten unter uns erhalten durch eine zu starke Behandlung schnell eine Art „Überdosis“, weswegen sich ihre Symptome zeitweise verschlechtern können.

Das Prinzip „Weniger ist mehr“ ist ganz wichtig: Häufig reichen leichte Akupunkturtechniken – sogenannte Kontaktnadelungen – um das Energiesystem zu regulieren.

Shonishin findet seinen Einsatz z. B. bei

  •          Dreimonatskoliken
  •          Neurodermitis
  •          Enuresis
  •          Schlafstörungen

Auf meiner Seite finden Sie ein Beispielvideo
– für einen ersten Eindruck.

Was ist Ki?

Ein ganz zentraler Begriff in der fernöstlichen Medizin ist der des Ki, oder wie die Chinesen sagen Qi.

Es ist ein Begriff der sich nicht so einfach in unsere Breiten übertragen lässt. Begriffe wie ‚Energie‘ oder ‚Kraft‘ werden der eigentlichen Bedeutung des Wortes nicht gerecht.

Porkert definiert Ki folgendermaßen: Qi ist eine immaterielle Energieform, die eine Qualifikation und eine Richtung hat.

Unschuld übersetzt den Begriff mit dem Wort ‚Einfluss‘: So beschreibt der Begriff Genki im Japanischen die Gesamtvitalität, bedeutet im allgemeinen Sprachgebrauch ‚O genki des ka‘ aber soviel wie ‚Wie geht es dir?‘.

Ki kann verschiedene Qualitäten (‚Einflüsse‘) besitzen: Als seiki wird die essentielle Urenergieform bezeichnet, soki ist das Ki der Atmung (Prana) und kokuki das der Milz (Ernährung).

Vielleicht ist Ki eine immaterielle, geistige Form, die den Wesen Leben verleiht. Manaka zufolge ist Ki eine Art elektromagnetischer Schwingung, die unserem Körper eine Energiematrix, also ein immaterielles Grundgerüst verschafft.

Der hiesige Begriff Atmosphäre, die ‚Aura‘ die manche Menschen umgibt, kommt der Bedeutung von Ki auch ziemlich nahe: Es ist die Ausstrahlung die z. B. von schönen Menschen ausgeht und die man nicht einfach so erklären kann.                                                         

 

Das dynamisierende Ki zwischen den Nieren

Nach altchinesischer Auffassung befindet sich der Konzentrationsort von Yin und Yang zwischen den Nieren, er wird auch Ming Men genannt. Von hier aus werden die physiologischen Prozesse im Körper angeregt.

Wer sich mit der chinesischen Medizin beschäftigt hat, der weiß um diese Idee. Alles Leben kommt aus dem Wasser und die Nieren sind der Ort an dem der Körper zwischen dem Wasser und dem Salz wählt.

Die zwei Pole Yin und Yang sind den Wandlungsphasen Wasser und Feuer zugeordnet. Sie sind die gegensätzlichsten Pole innerhalb der fünf Wandlungsphasen. Und diese zwei treffen sich an einem Ort zwischen den Nieren, den man Ming Men nennt, das Lebenstor. Er befindet sich auf dem Niveau des dritten Lendenwirbels.

In den fernöstlichen Bewegungskunstformen wird immer wieder auf die Notwendigkeit einer stabilen und klaren Hüfte hingewiesen. Mit „Hüfte“ ist der Lendenbereich gemeint. Wenn sich die Hüfte im Gleichklang mit Händen und Füßen bewegt, dann werden die Handlungen anmutig und effektiv.

Die Grundenergie kann dann in ausreichendem Maße fließen und die Achse sich frei ausrichten. Beim Sotai wird gerade auf die Adjustierung dieses Bereichs großer Wert gelegt. Die Balance im Lendenbereich ist die Basis für unser Wohlbefinden.