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Jap. Akupunkturform für Kinder

Sotai & der dritte Brustwirbel

In der Kinderheilkunde, dem Shonishin wird immer wieder auf die Bedeutung von Du Mai 12 hingewiesen. Dieser Punkt befindet sich unter dem Dornfortsatz von Th 3. Dieser Tsubo (Akupunkturpunkt) wird in den unterschiedlichsten Behandlungsprotokollen wiedergefunden.

In meinem vorherigen Blogbeitrag
Der dritte Brustwirbel bin ich bereits auf diesen Punkt eingegangen.

Aber was hat dieser Punkt außerhalb der Kinderheilkunde für eine Bedeutung? Ich denke, dass sich viele Bewegungsgewohnheiten – seit Kinderzeiten eingeschliffene Bewegungsmuster – in diesem Punkt widerspiegeln.

Chronische Störungen

Wenn eine Störung seit langer Zeit besteht, dann schwächt dies das Nieren Qi. Gemeint ist das Feuer zwischen den Nieren. Der Tsubo, mit dem dieses Feuer beeinflusst werden kann befindet sich unter dem Dornfortsatz von L 3.

Mit Sotai Techniken wird an der Balance des Beckengürtels. Damit wird das Nieren Qi gestärkt und verschobene Glieder in die Bewegungskette integriert.


Abb. aus: Sotai Natural Exercise; Keizo Hashimoto; GOMF; Oroville; 1981

In der Abbildung wird deutlich, dass der Beckengürtel und der Schultergürtel miteinander korrespondieren. Die Adjustierung von L 3 bildet die Grundlage für eine adäquate Stellung von Th 3.

Sotai macht die Muskel- und Leitbahnsehnen frei. So schafft es die Voraussetzungen für den Fluss im Meridiansystem.

Shonishin – Akupunktur bei Kindern

Shonishin ist – wie könnte es auch anders sein – eine japanische Methode zur Behandlung von Klein- und Kleinstkindern. Mit ganz leichten Techniken wird das junge Meridiansystem behandelt. Wie im Toyohari wird beim Shonishin mit Kontaktnadelung gearbeitet.

Im 69. Kapitel des Nan Jing (Klassiker der Schwierigkeiten; ca. 100 n. Chr.) steht geschrieben: „Bei Leere des Kindes behandle die Mutter“. Dieses Prinzip wird im Shonishin sehr wörtlich genommen: Denn die Mütter (oder Väter) erhalten eine Anleitung zur Heimtherapie mit der sie mit streichenden, reibenden oder auch klopfenden Techniken ihr Kind selbst behandeln. Diese Heimtherapie ist sehr einfach und wirkungsvoll.

Überhaupt wird im Shonishin eher weniger getan, denn gerade die Kleinsten unter uns erhalten durch eine zu starke Behandlung schnell eine Art „Überdosis“, weswegen sich ihre Symptome zeitweise verschlechtern können.

Das Prinzip „Weniger ist mehr“ ist ganz wichtig: Häufig reichen leichte Akupunkturtechniken – sogenannte Kontaktnadelungen – um das Energiesystem zu regulieren.

Shonishin findet seinen Einsatz z. B. bei

  •          Dreimonatskoliken
  •          Neurodermitis
  •          Enuresis
  •          Schlafstörungen

Auf meiner Seite finden Sie ein Beispielvideo
– für einen ersten Eindruck.