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Drehschwindel

Der dritte Brustwirbel


Schwindelattacken werden nach Ansicht meines Lehrers Kenji Hayashi im Zusammenhang mit einer Fehlstellung des 3. Brustwirbels (Th 3) gesehen.
Th 3 (Thoraxwirbel Nr. 3) steuert die Bewegungen des Schultergürtels. Wenn er verschoben ist, dann muss zwangsläufig im Hals eine Gegenbewegung stattfinden.
Hier werden dann Vertebralgefäße abgedrückt und Nerven komprimiert.
Der Schwindel wird in diesem Szenario bei einer Drehung zur Gegenseite ausgelöst.

Zumeist ist Th 3 nach rechts verschoben: Die rechte Brustkorbhälfte ist dann gestaucht, das Zwerchfell steht hoch.

Der Magenmeridian im Bereich des Rippenbogens

Ein Schlüssel zur Lösung des Problems liegt in der Behandlung des Magenmeridians im Bereich des Rippenbogens. In diesem Bereich ist die Energie oft gestaut. Diese löse ich mit direktem Moxa. Mit dem Resultat, dass sich die Spannung im Schulter-/Nackenbereich sofort mindert.

Ganz wichtig: Bei mir wird der Lendenbereich in die Behandlung mit einbezogen. Hier ist der dritte Lendenwirbel (L 3) verantwortlich für die Bewegungen des Beckengürtels. Dieser korrespondiert seinerseits wieder mit dem dritten Brustwirbel.

Mit dem dritten Ledenwirbel assoziiere ich Ming Men, das ‚Lebenstor‘. Gemeint ist ein archaischer Akupunkturpunkt, der verantwortlich ist für das Feuer zwischen den Nieren.

In der Akupunktur wird das energetische Grundmuster behandelt. Betroffen sind bei diesen Störungen häufig der Lungen- und der Lebermeridian.

Mit Sotai Techniken wird die globale Bewegungskette und die angrenzende Muskulatur entspannt, sodass die betroffenen Segmente in ihre natürliche Position zurückgleiten können.

Siehe auch:

  • Der gutartige anfallsartige Lagerungsschwindel – BPLS
  • Sotai & der dritte Brustwirbel
  • Der gutartige anfallsartige Lagerungsschwindel (Benigner Paroxysmaler Lagerungsschwindel – BPLS)

    Beim BPLS erfährt der Patient plötzliche Drehschwindelattacken, die häufig auch mit Übelkeit und Erbrechen begleitet werden.

    Ausgelöst wird die Schwindelattacke durch plötzliche Lageänderungen. Wobei die symptomatische Seite dem betroffenen Sinnesorgan – dem Innenohr – gegenüberliegt.

    In dem Fall den ich hier beschreibe erfuhr der Patient die Probleme bei einer Rechtsdrehung: Hier war das linke Innenohr – genauer gesagt der hintere linke Bogengang – betroffen.

    Zur Diagnostik werden verschiedenen Tests herangezogen. Ich möchte hier nicht auf alle Tests eingehen, für alle Interessierten füge ich einige Links an:

    Testung

    Dix-Hallpike Test

    Dix Hallpike Testing

     

    De-Kleijn-Nieuwenhuijs-Test

    vertebral artery test

     

    Behandlung

    Epley Manöver

     

    Evaluation

    Unterberger-Test

    Bei diesem Test lässt man den Patienten vor und nach der Behandlung ca. 30 Schritte auf der Stelle marschieren – mit geschlossenen Augen! Der Test ist positiv, wenn der Patient während des Manövers zu einer Seite dreht. Zumeist ist diese Seite dann auch betroffen

    In diesem Fall besserte sich die Symptomatik nach drei Behandlungen in täglichem Abstand deutlich. Beim Unterberger Test zeigte sich nach Ablauf der Behandlung eine kaum noch ausgeprägte Drehtendenz. Im Beginn drehte sich der Patient noch um bis zu 45° während es am Ende unter 10° waren.

    Da der Patient noch Restbeschwerden hatte – insbesondere bei Rechtsdrehung des Kopfes – habe ich den Trapezius (Mönchskappenmuskel) auf der rechten, nicht erkrankten Seite mit Schmerzpunktakupunktur nachbehandelt. In diesem Fall war das Leiden bereits chronifiziert und wurde die Störung im Innenohr durch eine zervikale (die Halswirbelsäule betreffende) Komponente überlagert.

    Außerdem behandelte ich das Zwerchfell mithilfe von Sotai Techniken.
    Siehe auch: Der dritte Brustwirbel